Winzer im Ahrtal: Dufte Entscheidung
(Quelle/Copyright: Ahrtal-Tourismus Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V. / Ahrwein e.V. / ahrtal.de)
15. März 2017

Winzer im Ahrtal: Dufte Entscheidung

Das Ahrtal gehört nicht nur zu den schönsten Regionen Deutschlands, auch die Weine zählen zu den hochwertigsten Tropfen aus deutschem Anbau. Natur und Genuss gilt es also langfristig zu schützen. Hier sind die Weinbauern der Region auf eine dufte Idee gekommen. Die Ahrtal-Winzer setzen auch in 2017 den Trend zum nachhaltigen Weinbau in der Region fort: Rund 500 Winzer sind an zwei Samstagen im April in den Weinbergen unterwegs und hängen bis zu 450.000 Dispenser des sogenannten Pheromon-Verwirrverfahrens RAK auf. Die dadurch "beduftete" Weinbergfläche im Ahrtal umfasst rund 520 Hektar.

Bereits in den vergangenen beiden Jahren haben sich die Ahr-Winzer zusammengeschlossen, um in der Region gänzlich auf Insektizide im Weinbau beim Kampf gegen den Traubenwickler, ein Motten-ähliches Insekt, zu verzichten. Schon im zweiten Jahr des Pheromon-Einsatzes zeigte sich eine deutliche Reduzierung der Traubenwickler-Population. Der Traubenwickler ist einer der gefährlichsten Schädlinge im Weinbau, da er je nach Generation Blüten und Beeren schädigt. Diese Beeren erleiden zudem starke Pilzbefälle, was im weiteren Reifeverlauf eine erneute Schädigung durch Obstfliegen begünstigt.

Das Pheromon-Prinzip ist einfach: Eine für Menschen nicht wahrnehmbare Duftwolke aus den Sexuallockstoffen weiblicher Traubenwickler strömt aus den Dispensern und verwirrt die männlichen Tiere, sodass sich beide nicht mehr zur Paarung finden. Das umweltfreundliche Verfahren senkt die Population der Traubenwickler auf natürlichem Weg und völlig ohne den Einsatz von Insektiziden. Ein toller, naturnaher Ansatz - sehr MOViVA!

Für eine gleichmäßige Pheromonwolke über allen Rebflächen im Ahrtal ist ein Zusammenschluss der Winzer in einem kurzen Zeitraum Voraussetzung. Sobald mit dem Eintreffen der Traubenwicklermotten zu rechnen ist, werden die Pheromonampullen in die Reben gehängt. Die Ampullen verdampfen den Lockstoff kontinuierlich über das Jahr bis in den September. Die Kosten für diese umweltfreundliche Maßnahme in Höhe von rund 200.000 Euro tragen allein die Ahrtal-Winzer.

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